ChatGPT Ads sind da! Der nächste große Schritt für deine Mediaplanung?

Werbung trifft auf konkrete Fragen, persönliche Empfehlungen und aktive Kaufentscheidungen. Wir zeigen, welches Potenzial ChatGPT Ads haben und worauf Marken jetzt achten sollten.

Warum ChatGPT Ads relevant sind

Was schenkt man seinen Schwiegereltern zu Weihnachten? Wann ist die beste Reisezeit für Thailand? Und sollte man nicht langsam auch in ETFs investieren? Mal ehrlich: Wer hat bei solchen Themen noch nicht ChatGPT gefragt? Das ist auch längst nicht mehr unüblich: Eine Bitkom-Studie vom April 2026 zeigt: 35 Prozent der Deutschen nutzen KI bei Fragen rund um den Einkauf, 21 Prozent bei Reisevorbereitungen und 21 Prozent bei finanziellen Fragen.
ChatGPT ist damit längst mehr als ein Tool für Hausaufgaben, Kochtipps und Alltagshilfe. Für viele wird es zum Einkaufsberater, Vergleichsportal und persönlichen Ratgeber. Man sucht nicht einfach nach einem Produkt, sondern beschreibt die eigene Situation, nennt Budget und Anforderungen und fragt am Ende: „Was würdest du mir empfehlen?“
Dadurch fühlt sich die Antwort weniger wie ein Suchergebnis und mehr wie ein Tipp von jemandem an, der zuhört. Der Grund dafür? Das Chatinterface und die natürliche Sprache von KI-Systemen. Nutzer führen kein klassisches Suchverhalten aus, sondern treten in einen Dialog. Mit der Zeit entsteht daraus eine soziale Nähe, die in der Forschung als parasoziale Beziehung beschrieben wird.

ChatGPT Ads treffen damit auf Nutzer mit konkreten Fragen und Kaufinteressen, die sich in der vertrauten Gesprächssituation eher auf die Antwort einlassen und offener für Ads sind.

ChatGPT AdsQuelle: Open AI

 

Wer nutzt ChatGPT eigentlich?

Kurz gesagt: deutlich mehr als die Tech-Bubble. Im April 2025 hatten 43 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren ChatGPT bereits genutzt. Damit erreicht die Plattform fast jede zweite erwachsene Person in Deutschland. Dazu gehören längst nicht mehr nur Studierende, Schüler und junge Tech-Fans, sondern auch Menschen mitten im Berufs- und Familienalltag. Unter 45-Jährige sind zwar weiterhin überrepräsentiert. ChatGPT ist aber längst in der breiten Bevölkerung angekommen.
Auch Frauen machen inzwischen einen großen Teil der Nutzerbasis aus. Laut YouGov lag ihr Anteil im April 2025 bei 42 Prozent. Für Marken heißt das: ChatGPT ist kein Nischenumfeld für eine eng umrissene Tech-Zielgruppe. Die Plattform erreicht eine breite, tendenziell jüngere Bevölkerung mit ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und Fragen. Entscheidend ist deshalb weniger, wer ChatGPT grundsätzlich nutzt, sondern in welchem Moment und mit welchem konkreten Anliegen.

 

Wie kommen Ads bei den Nutzern an?

Die kurze Antwort: ziemlich unterschiedlich. Werbung wird nicht automatisch abgelehnt. In einer YouGov-Studie waren 66 Prozent der aktiven britischen GenAI-Nutzer grundsätzlich oder unter bestimmten Bedingungen offen dafür. 21 Prozent würden Ads akzeptieren, wenn das Tool kostenlos bleibt. Weitere 45 Prozent machen ihre Haltung davon abhängig, wie aufdringlich die Werbung ist. Nur 21 Prozent würden lieber für eine werbefreie Version bezahlen. Das passt zur aktuellen Nutzung: 82 Prozent greifen auf kostenlose oder einfache Tarife zurück.
Auch Zappi kommt zu einem ähnlichen Bild: 36 Prozent würden eine kostenlose Version mit Ads weiter nutzen, 22,4 Prozent für Werbefreiheit bezahlen und 17,9 Prozent den Assistenten wechseln.
Trotzdem bleibt Vertrauen der Knackpunkt. 63 Prozent der von Ipsos befragten US-Erwachsenen erwarten, dass Werbung in KI-Suchergebnissen ihr Vertrauen in die Ergebnisse schmälert. Gleichzeitig zeigt YouGov: Je häufiger Menschen GenAI nutzen, desto eher vertrauen sie den Antworten. Das spricht dafür, dass Vertrautheit eine Rolle spielt. Für Marken heißt das: Ads müssen klar als Werbung erkennbar sein, zum Kontext passen und mit Personalisierung vorsichtig umgehen. Laut OpenAI können neben der aktuellen Nutzerintention auch ausgewählte Signale aus der weiteren ChatGPT-Nutzung einfließen. 27 Prozent der von Zappi Befragten würden Memory oder Personalisierung deaktivieren, wenn diese Informationen für Werbung genutzt werden. Weitere 24,6 Prozent würden Memory behalten, aber Anzeigenpersonalisierung ablehnen.

Unterm Strich gilt: ChatGPT Ads können funktionieren, wenn sie relevant und klar als Werbung erkennbar sind. Wer aber versucht, eine bezahlte Platzierung wie eine persönliche Empfehlung aussehen zu lassen, macht aus einem Vertrauensvorschuss schnell ein Vertrauensproblem.

 

Targeting: Die Frage bestimmt die Zielgruppe

Bei ChatGPT Ads beginnt Targeting weniger beim klassischen Keyword als bei der Situation, in der eine Frage gestellt wird. OpenAI dokumentiert aktuell Targeting nach Land sowie, abhängig von Markt und Verfügbarkeit, nach Region und Designated Market Area. Zusätzlich können Werbetreibende auswählen, ob Anzeigen auf iOS, Android oder im Web ausgespielt werden.
Auf Ad-Group-Ebene lassen sich sogenannte Context Hints hinterlegen. Sie beschreiben Gespräche, Themen oder Nutzerbedürfnisse, in denen ein Angebot relevant sein könnte. Context Hints sind laut OpenAI keine Exact-Match-Keywords und garantieren keine Ausspielung in einem bestimmten Gespräch. Die Auslieferung berücksichtigt unter anderem den aktuellen Gesprächskontext, die vermutete Intention, die Anzeige, die Landingpage und die hinterlegten Hinweise.
Das macht ChatGPT Ads nicht automatisch unpräziser, aber anders präzise. Entscheidend ist nicht nur, wer eine Anzeige sieht, sondern in welchem Anliegen und in welcher Entscheidungsphase sie erscheint. Eine Marke für Laufschuhe möchte beispielsweise nicht beliebig sportinteressierte Menschen erreichen, sondern möglichst dann präsent sein, wenn jemand nach passenden Schuhen für einen konkreten Trainingsplan, Untergrund oder Preisrahmen fragt.
Auch Custom Audiences sind dokumentiert. Sie können aus E-Mail-Adressen oder Telefonnummern erstellt und für Einschluss, Ausschluss oder Gebotsanpassungen genutzt werden. Eine Audience muss mindestens 25.000 gematchte Nutzer umfassen; OpenAI empfiehlt mindestens 100.000. Für große CRM- oder Prospect-Listen kann das relevant sein. Für kleine lokale oder sehr spezialisierte Zielgruppen ist es dagegen eine klare Einschränkung.
ChatGPT Ads sollten deshalb nicht als Kopie von Google oder Meta geplant werden. Detaillierte demografische Zielgruppen, Lookalike Audiences, Website-Retargeting, frei definierbare Exact-Match-Keyword-Listen oder der gezielte Zugriff auf zahlende ChatGPT-Nutzer sollten nicht vorausgesetzt werden. Vor einer konkreten Planung muss der aktuelle Funktionsumfang im jeweiligen Ads-Konto geprüft werden.

Zum Targeting gehört außerdem die Frage, wo eine Marke nicht erscheinen soll. Nutzer nennen vertrauliche berufliche Dokumente, psychische Gesundheit, medizinische Informationen, Kinder sowie finanzielle und rechtliche Fragen als besonders problematische Werbekontexte. OpenAI schließt politische Inhalte, Selbstverletzung, Terrorismus, Waffen, Glücksspiel, Tabak, Alkohol und weitere sensible oder vulnerable Kontexte aus beziehungsweise schränkt sie ein.
Brand Safety endet dabei nicht beim Anzeigentext. OpenAI prüft auch Bilder, Videos und die Zielseite. Vor einem Test sollten deshalb Kategorie, Claims, Bildwelt, Landingpage und sensible Gesprächskontexte gemeinsam geprüft werden. Auch die technische Infrastruktur gehört dazu: Der OAI-AdsBot crawlt eingereichte Landingpages für Policy- und Relevanzprüfungen. CDN, WAF, Bot-Management, Weiterleitungen und Consent-Mechanismen dürfen diesen Zugriff nicht unbemerkt blockieren.

 

Wie werden ChatGPT Ads gebucht?

Media Plan hat bereits Zugang zu ChatGPT Ads und kann Kampagnen für Kunden in Deutschland buchen!

Zum Start in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt der Weg zur Anzeige zunächst über das OpenAI Ads Solutions Team sowie über ausgewählte Agentur- und Technologiepartner. Die eigenständige Buchung über den Ads Manager ist für Europa angekündigt, aber zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht der reguläre Zugangsweg. In Märkten, in denen Self-Service bereits verfügbar ist, registrieren Werbetreibende ein Konto, hinterlegen Unternehmens- und Zahlungsdaten und erstellen ihre Kampagnen direkt im Ads Manager. Dort lassen sich Budget, Laufzeit, Länder, Regionen und Plattformen festlegen, Anzeigen direkt erstellen oder gesammelt hochladen und Kampagnen anschließend laufend optimieren.
Deine Marke muss damit nicht auf den späteren Self-Service-Zugang warten oder auf andere Technologiepartner zugehen. Wir unterstützen bei Prüfung der Voraussetzungen, Kampagnenplanung, Buchung und der anschließenden Auswertung im bestehenden Mediamix.
Für die Buchung stehen aktuell drei Modelle zur Verfügung: CPM beziehungsweise Reach für Reichweite und Impressionen, CPC beziehungsweise Clicks für gültige Klicks sowie oCPC beziehungsweise Conversions für die Optimierung auf ein festgelegtes Conversion-Event. Bei oCPC wird weiterhin pro gültigem Klick abgerechnet, nicht pro Conversion. Gebote und Context Hints werden auf Ad-Group-Ebene hinterlegt; Kampagnen können außerdem nach geografischen Merkmalen, Plattform und, sofern die Mindestgröße erreicht wird, über Custom Audiences gesteuert werden. Das derzeit dokumentierte Anzeigenformat ist eine einzelne, klar als „Sponsored“ gekennzeichnete Karte unterhalb der ChatGPT-Antwort. Video-, Carousel- oder interaktive Formate sind für die Self-Service-Buchung aktuell nicht öffentlich dokumentiert. Feste Preislisten oder belastbare Branchenbenchmarks für CPM, CPC, CPA oder ROAS gibt es derzeit nicht; die Kosten entstehen über ein auktionsbasiertes Bietverfahren und hängen unter anderem von Ziel, Kontext, Relevanz und Wettbewerb ab.

 

Status quo und Ausblick

ChatGPT Ads stehen noch am Anfang. Genau das macht den Kanal für Media Plan so spannend. Zum ersten Mal entsteht ein Werbeumfeld, in dem Menschen nicht nur nach einem Begriff suchen, sondern ihre Situation, Wünsche und Anforderungen ausführlich beschreiben. Für Marken eröffnet sich damit die Chance, in einem besonders relevanten Moment präsent zu sein, wenn Optionen geprüft und Entscheidungen vorbereitet werden.
Wir bei Media Plan glauben, dass ChatGPT Ads für den Markt künftig eine große Rolle spielen können. Nicht als kurzfristiger Hype und nicht als Ersatz für alle bestehenden Kanäle, sondern als eigenständiger Kontaktpunkt in der Customer Journey. Die Verbindung aus natürlichem Dialog, konkreter Nutzerabsicht und unmittelbarer Entscheidungssituation ist eine spannende Grundlage für neue Formen der Markenkommunikation.
Der Markt wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Es ist zu erwarten, dass Werbeformate, Messmöglichkeiten und Einsatzfelder differenzierter werden. Gleichzeitig werden Marken lernen, wie sich Botschaften in einem dialogischen Umfeld formulieren müssen und welche Angebote dort den größten Mehrwert schaffen. Wer früh Erfahrungen sammelt, kann diese Entwicklung aktiv mitgestalten.
Für Media Plan geht es deshalb nicht darum, ChatGPT Ads möglichst schnell in jeden Mediaplan zu bringen. Es geht darum, gemeinsam mit Kunden herauszufinden, wo der Kanal einen echten zusätzlichen Beitrag leisten kann. Dabei verbinden wir unsere Erfahrung aus Strategie, Media Einkauf, Datenanalyse und Performance Optimierung mit einem offenen Blick auf die neue Plattform.

Die entscheidende Frage für die Zukunft lautet nicht, ob ChatGPT Ads klassische Medien ersetzen. Entscheidend ist, welche neue Rolle sie im Zusammenspiel mit Search, Social, Retail Media, Display, CRM sowie TV, Audio und CTV übernehmen können. Unsere Einschätzung ist klar: ChatGPT Ads haben das Potenzial, sich zu einem wichtigen Bestandteil moderner Mediaplanung zu entwickeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dieses Potenzial strukturiert zu erkunden und die ersten Erfahrungen zu sammeln.

Nicht abwarten, bis der Kanal etabliert ist, sondern gemeinsam herausfinden, was daraus für Marken entstehen kann.

 

Testing ChatGPT AdsQuelle: Open AI

 

ChatGPT Ads sind damit kein neuer Displayplatz und auch keine einfache Kopie von Google oder Meta. Sie sind ein potenzieller Werbekontaktpunkt in einem Moment, in dem Menschen Fragen stellen, Optionen abwägen und Empfehlungen suchen. Genau deshalb können sie für Marken relevant werden. Und genau deshalb müssen Relevanz, Transparenz und Vertrauen wichtiger sein als maximale Frequenz.

Du möchtest wissen, welche Rolle ChatGPT Ads für deine Marke, Zielgruppe und Customer Journey spielen können? Media Plan unterstützt dich bei Potenzialanalyse, Testdesign, Mediaplanung und Wirkungsmessung, integriert in deinen bestehenden Mediamix.

 

FAQ

Was sind ChatGPT Ads?
ChatGPT Ads sind bezahlte Anzeigen, die unterhalb einer ChatGPT Antwort als gekennzeichnete Karte erscheinen. Sie können eine Überschrift, Beschreibung, ein Bild und einen Link zur Landingpage enthalten.

Wer sieht ChatGPT Ads?
Aktuell sehen vor allem Nutzer der kostenlosen ChatGPT Version und von ChatGPT Go die Anzeigen. Bezahlte Tarife wie Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei.

Wie können Unternehmen ChatGPT Ads in Deutschland buchen?
Media Plan hat bereits Zugang zu ChatGPT Ads und kann Kampagnen für Kunden in Deutschland buchen. Wir unterstützen bei der Planung, Buchung und Auswertung der Kampagnen.

Welche Targeting Möglichkeiten gibt es?
Anzeigen können unter anderem nach Land, Region und Plattform ausgespielt werden. Zusätzlich lassen sich sogenannte Context Hints nutzen. Sie beschreiben Themen, Fragen und Situationen, in denen eine Anzeige relevant sein soll.

Welche Kampagnenziele gibt es?
Aktuell stehen drei Ziele zur Verfügung: Reichweite auf Basis von CPM, Klicks auf Basis von CPC und Conversions mit oCPC. Bei oCPC wird weiterhin pro gültigem Klick und nicht pro Conversion abgerechnet.

Beeinflussen ChatGPT Ads die Antworten von ChatGPT?
Nach Angaben von OpenAI bleiben die Anzeigen von den Antworten getrennt. Sie sollen den Inhalt der Antwort nicht beeinflussen und werden klar als Werbung gekennzeichnet.

Lohnt sich ein Test für Marken?
ChatGPT Ads sind besonders interessant, wenn Kunden Produkte oder Dienstleistungen aktiv recherchieren und vergleichen. Ein sauber geplanter Test zeigt, ob der Kanal für die eigene Zielgruppe und Customer Journey einen zusätzlichen Beitrag leisten kann.

 

Quellen:
ChatGPT Ads in Deutschland: Start, Kosten, Vorbereitung | Systra Studios
https://ads.openai.com/de-DE
https://openai.com/de-DE/index/chatgpt-ads-expands-across-europe/
ChatGPT Ads in 2026, Updated August: oCPC, Audiences, OAIQ Pixel | Choice OMG